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Die Liebeserklärung der Spitzensportler

Athleten zeigen sich begeistert vom Indoor Meeting / Jetzt läuft der Abbau in der Messe

DER ANDRANG beim Indoor Meeting war groß. Nach 15 Minuten waren die wenigen Resttickets an der Tageskasse weg.

An diesem Samstagabend folgt eine Liebeserklärung auf die nächste Liebeserklärung: „Ich liebe es, hierherzukommen“, sagt die US-Amerikanerin Kendra Harrison, nachdem sie beim Indoor Meeting in der Messe gerade den 60-Meter-Hürden-Lauf gewonnen hat. „Die Fans hier sind super, die Leute immer sehr nett“, versichert die Sportlerin. Und ob die Harrison knapp unterlegene Europameisterin Cindy Roleder mit einem so guten Lauf gerechnet hat? „Bei dem Publikum...“, erklärt sie strahlend dem Reporter.

80 Journalisten aus den USA und Europa sind in der Halle. Rund 4 500 Zuschauer verfolgen die Wettkämpfe – und feuern die Sportler mit Begeisterung an: Klatsch, klatsch, klatsch. Erst langsam, dann immer schneller wird der Applaus. Er ist laut. Und langanhaltend. „Helft den Athleten!“Sprecher Wolf-Dieter Poschmann muss das nicht zweimal sagen. Diverse Sponsoren und die BNN als Medienpartner sorgen dafür, dass das Publikum richtig Alarm machen kann: Schon am Eingang verteilen sie Tröten und eine Art Fächer aus Pappkarton, mit dem sich kräftig schlagen und lärmen lässt.

Die ersten Fans sind früh da. Um 15.30 Uhr öffnet die Halle. Auch die Tageskasse startet um diese Zeit den Verkauf. 15 Minuten später wird sie wieder geschlossen, die wenigen Restkarten sind weg. Das Meeting ist ausverkauft. Viele haben vorgesorgt und Wochen im Voraus Tickets besorgt. Aus ganz Deutschland, aus Frankreich, Österreich und der Schweiz reisen Besucher an. Der TV Breisach kommt mit einem Bus voll Kinder und Jugendliche. Alle sind selbst Leichtathleten, die auf dem Weg in die Arena erst mal anhalten: Im Foyer der Messe entdecken die jungen Sportler ein riesiges Plakat des Indoor Meetings und wollen davor ein Gruppenfoto machen. „Früher sind wir zum Sparkassencup nach Stuttgart gefahren. Den gibt es ja nicht mehr. Aber das hier in Karlsruhe, das ist wirklich spitze“, versichert ein Betreuer der Breisacher. Erst mal suchen sie ihre Plätze.

Wo geht es hin? Die Volunteers – freiwillige Helfer, die seit dem 300. Stadtgeburtstag in Karlsruhe aktiv sind – geben Auskunft. „Ich mag Karlsruhe, wohne gerne hier. Und ich möchte so etwas zurückgeben“, erklärt Adelheid Hitz, warum sie sich so engagiert. Als Volunteer ist sie beim Indoor Meeting Wiederholungstäterin. Schon im vergangenen Jahr war sie dabei. „Ich bin selbst Sportlerin – es ist toll, dass ich bei diesem Ereignis Spitzensport sehen kann. Ich freue mich vor allem auf den Stabhochsprung.“Ihre Mitstreiterin Ilona Meister sagt: „Ich schaue alles gerne.“40 Volunteers sind alles in allem im Einsatz. 300 Helfer umfasst das übrige Indoor Meeting-Team. Mitte Januar legte es los mit dem Aufbau der Anlage. Jetzt läuft der Abbau: Innerhalb von 72 Stunden wird alles demontiert. 770 Tonnen Material werden abtransportiert. Auch 14 Kubikmeter Sand aus der Weitsprunganlage werden abgefahren. „Die gehen an den PSK“, erläutert Sebastian Wahl von der Event GmbH. Laufbahn und Infield lagern im Rheinhafen, bis zum Indoor Meeting 2018. Bürgermeister Martin Lenz macht sich stark dafür, dass der Auflage 2018 noch viele, viele folgen. „Das Meeting ist für Karlsruhe unverzichtbar. Ich hoffe sehr, dass es keine Debatte mehr darüber gibt, ob es weitergeht“, sagt der Sportdezernent, der eine 20-köpfige Delegation des Landessportverbands mitgebracht hat und am Ende von einem „atemberaubend positiven Abend“spricht.

Auch der frühere Erste Bürgermeister Siegfried König, der vor 33 Jahre das Indoor Meeting ins Leben rief, zeigt sich beeindruckt: „Es ist ein unwahrscheinliches Gefühl zu sehen, wie international die Veranstaltung ist und welchen sportlichen Sprung nach oben sie gemacht hat.“Sport

Lenz: Atemberaubend positiver Abend